Bindegewebe und Schwerkraft

Rolfing - Antonio Flores de la Rosa - Zurich

Bindegewebe und Schwerkraft

Im Rolfing® spielt die Schwerkraft eine zentrale Rolle. Die Art und Weise, wie sich unser Körper in Beziehung zur Gravitation organisiert, beeinflusst unsere Haltung, Beweglichkeit und unser körperliches Wohlbefinden. Körperliche Belastungen sowie emotionale und psychische Anspannungen können sich dabei in unserer Körperhaltung und in Spannungsmustern widerspiegeln.

Dr. Ida P. Rolf erkannte früh die Bedeutung einer ausgewogenen Körperstruktur in Beziehung zur Schwerkraft. Ist der Körper gut organisiert und aufgerichtet, kann er sich leichter im Schwerefeld der Erde bewegen und die Gravitation als unterstützende Kraft nutzen.

Gerät diese Ausrichtung durch körperliche oder emotionale Belastungen, Bewegungsmangel, Schonhaltungen oder andere Einflüsse aus dem Lot, können sich Spannungs- und Kompensationsmuster entwickeln. Diese können die Körperhaltung, Beweglichkeit und Wahrnehmung des eigenen Körpers beeinflussen. Rolfing® setzt hier an und unterstützt den Körper dabei, sich neu zu organisieren und wieder ein ausgewogeneres Verhältnis zur Gravitation zu entwickeln.

Das Fasziennetz durchzieht den gesamten Körper und verbindet seine unterschiedlichen Strukturen miteinander. Faszien bestehen überwiegend aus kollagenem Bindegewebe und spielen eine wichtige Rolle für Stabilität, Beweglichkeit, Kraftübertragung und Körperwahrnehmung. Sie sind reich innerviert und stehen in enger Wechselwirkung mit Muskeln, Gelenken und dem Nervensystem.

Auch das vegetative beziehungsweise autonome Nervensystem ist für diesen Zusammenhang von Bedeutung. Es reguliert grundlegende körperliche Prozesse wie Herzschlag, Atmung und Verdauung und reagiert auf körperliche wie auch emotionale Belastungen. Anhaltender Stress, Angst und andere emotionale Erfahrungen können mit Veränderungen der Muskelspannung, Körperhaltung, Atmung und Bewegungsmuster einhergehen und sich damit auch auf die Spannungsverhältnisse des faszialen Systems auswirken.

Unser Körper passt sich fortlaufend an Belastungen an. Wiederkehrende körperliche Beanspruchung, einseitige Bewegungen, Bewegungsmangel oder Schonhaltungen können zu Kompensationsmustern führen, durch die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und bestimmte Bereiche des Körpers stärker belastet werden.

Auch länger anhaltender Stress kann die körperliche Grundspannung erhöhen. Körperliche und emotionale Prozesse sind dabei nicht voneinander getrennt zu betrachten. Gerade diese Verbindung zwischen Körperwahrnehmung, Nervensystem, Spannung und Bewegung ist für den psychosomatischen Ansatz der Körperarbeit von besonderer Bedeutung.

Durch die gezielte und individuell angepasste Arbeit mit dem faszialen Gewebe unterstützt Rolfing® den Körper dabei, Spannungs- und Haltungsmuster zu verändern, Bewegungsfreiheit und Körperwahrnehmung zu fördern und sich in Beziehung zur Gravitation neu zu organisieren. Diese Veränderungen können zu einem bewussteren Körpergefühl, mehr Aufrichtung und einem verbesserten allgemeinen Wohlbefinden beitragen.

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